Verbrennungen können durch Hitze (Feuer, heisse Flüssigkeiten und Gegenstände), energiereiche Strahlen (Sonne, Röntgenstrahlen) und elektrischen Strom hervorgerufen werden. Je nach Schwere der Verbrennung werden Haut und Gewebe zerstört. Verbrennungen sind äusserst schmerzhaft. Bei Verbrennungen von grösseren Flächen kommen Kreislaufstörungen sowie Flüssigkeits- und Mineralsalzverluste hinzu. Die Gefahr einer Wundinfektion ist gross. Brandwunden heilen nur langsam und brauchen deshalb oft wochenlange Pflege und Unterstützung der Heilung.

Besondere Probleme schaffen Narben, vor allem bei Kindern im Wachstumsalter. Aus diesem Grund hat die sorgfältige Wundversorgung hohe Priorität, um die Narbenbildung möglichst gering zu halten.

Wie gefährlich eine Verbrennung ist, hängt in erster Linie von der Grösse der verbrannten Fläche und vom Verbrennungsgrad ab. Man unterscheidet folgende drei Verbrennungsgrade:

 

Verbrennungen 1. Grades

sind z.B. ein mässiger Sonnenbrand und leichte Verbrennungen oder Verbrühungen ohne Zerstörung der Haut. Sofern keine zusätzlichen, starken Symptome, wie z.B. markante Kreislaufstörungen auftreten, darf man solche Verbrennungen ohne ärztliche Hilfe behandeln.  

 

Verbrennungen 2. Grades

a) Mit Blasenbildung, ohne offene Wunden
Kleinflächige Verbrennungen z.B. an einem oder zwei Fingern kann man in der Regel selbst behandeln. Wichtig: Öffnen Sie die Blasen nicht (Infektionsgefahr). Sind mehrere Finger, der Handrücken oder noch grössere Flächen verbrannt und bilden sich Blasen, behandeln Sie sofort gemäss den Empfehlungen für Erste Hilfe und begeben Sie sich möglichst rasch in ärztliche Behandlung.

b) Mit offenen Brandwunden
Offene Brandwunden dürfen Sie nur bei kleinsten Verbrennungen, wie z.B. einer Fingerspitze, allenfalls selbst behandeln. Legen Sie grössten Wert auf eine sorgfältige Wundpflege, denn die Infektionsgefahr ist gross. Ist eine ganze Hand, ein Arm oder sogar eine noch grössere Fläche verbrannt, behandeln Sie sofort nach den Empfehlungen für Erste Hilfe und begeben Sie sich möglichst rasch in ärztliche Behandlung.

 

Bei Verbrennungen 3. Grades

ist die Haut und darunter gelegenes Gewebe vollständig zerstört, im schlimmsten Fall verkohlt. Diese schwersten Verbrennungen sind zunächst am wenigsten schmerzhaft, weil das schmerzempfindliche Nervengewebe zerstört ist. Lassen Sie sich davon nicht täuschen. Handeln Sie sofort gemäss den Empfehlungen für Erste Hilfe und rufen Sie in jedem Fall sofort den Notarzt.

Verbrennungen durch elektrischen Strom sind meist tief ins Gewebe eindringende, schwere Verbrennungen 3. Grades.  Handeln Sie sofort gemäss den Empfehlungen für Erste Hilfe und rufen Sie im Falle von starken Stromstössen sofort den Notarzt.

 

Nützliche Hinweise

  • Gehen Sie mit heissen Flüssigkeiten und Gegenständen immer sehr vorsichtig um. Schützen Sie insbesondere Gesicht und Hände.
  • Seien Sie vorsichtig mit brennbaren Flüssigkeiten. Lagern Sie sie an einem sicheren Ort.
  • Schützen Sie Kinder konsequent vor heissen Flüssigkeiten und Gegenständen. Eine gewünschte, durch die Eltern kontrollierte Ersterfahrung mit einer harmlosen, aber trotzdem beeindruckenden Wärmequelle dürfte bei den meisten Kindern den nötigen Respekt vor Hitze schaffen!
  • Verwenden Sie bei frischen Brandwunden nie Öl, Fettcremen oder Mehl.
  • Verbrennungen jeden Grades müssen mit grösster Sauberkeit behandelt werden. Die Infektionsgefahr ist gross.