Wie findet man die Passende Potenz?

Die Auswahl der Potenz ist eine schwierige Aufgabe. Eine allgemein gültige Anleitung dazu fehlt, weil die Höhe der Potenz oft den individuellen Gegebenheiten angepasst wird. Empfehlungen für die «richtige Potenz» sind daher oft widersprüchlich und sorgen nicht nur bei Laien immer wieder für Unsicherheiten. Homöopathinnen und Homöopathen, die mit tiefen Potenzen arbeiten, neigen dazu, die «Hochpotenzler» zu kritisieren und umgekehrt. Die 200-jährige Praxis allerdings beweist, dass sowohl Hoch- als auch Tiefpotenzen bei den verschiedensten Erkrankungen erfolgreich angewendet werden können. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die jeweils gewählte Potenz für den Behandlungserfolg weniger bedeutungsvoll ist als die Wahl des passenden Heilmittels.

In unserer über 30-jährigen praktischen Arbeit im Sprechzimmer (klassische Homöopathie) und hinter dem Ladentisch (Homöopathie für die Selbstmedikation) haben wir mit sämtlichen Potenzen, Potenzierungsarten und Potenzstufen gearbeitet und Erfahrungen gesammelt.

Im Bereich der Selbstmedikation haben uns Mischungen von verschiedenen Potenzen des gleichen Arzneimittels besonders überzeugt, die Einzelmittel-Potenz-Akkorde. Bei der Verordnung solcher Arzneimittel haben sich folgende Vorteile klar gezeigt:

  • Das schwierige Problem der Potenzwahl ist gelöst.
  • Dieselbe Zubereitung kann von Patienten mit unterschiedlichster Reaktionsbereitschaft angewendet werden.
  • Die Wirkung ist dauerhafter.
  • Ein Wechsel der Potenz ist nur selten notwendig
  • Heftige Heilreaktionen treten auffallend weniger oft auf als bei Einzelpotenzen.
  • Eine Arznei muss nicht in verschiedenen Potenzen gekauft und vorrätig gehalten werden.

Die Potenzakkorde sind aus diesen Gründen bei Laien sehr beliebt. In der klassischen Homöopathie ist der grosse Durchbruch mit den Potenzakkorden nicht gelungen. Dies liegt wohl daran, dass es sich bei diesen Mischungen von drei verschiedenen Potenzen des gleichen Mittels um eine neue Zubereitungsform handelt, die in der alten Literatur nicht erwähnt ist und somit von Homöopathen, die nach «klassischen» Regeln arbeiten, nicht gerne aufgenommen wird.